Acqui Terme.............................................. Die Entstehung
Die Geschichte der Stadt am linken Ufer des Flusses Bormida wurzelt in ferner Vergangenheit. Acqui Terme
entstand auf einem Abschnitt des Bormida-Tals, der schon in der Frühgeschichte von den Liguri Statielli
bewohnt war. Die Hauptsiedlung dieses Volksstamms, Caristum, wurde im 2. Jh. v.Ch. vom römischen
Heer des Konsuls Marco Popilio Lenate erobert. Wegen seiner günstigen Lage und vor allem wegen seiner
vielen Wasserquellen wählte Rom diesen Ort aus, um hier eine der wichtigsten, strategischen Thermalstädte
zwischen dem Mittelmeerraum und dem Norden aufzubauen. So wurde eine bedeutende Verbindungsstrasse, die Aemilia Scauria, realisiert, die von Tortona nach Vado Ligure führte. Um das 1. Jh.
v. Ch. nahm die römische Stadt “Aquae Statiellae”
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| PIAZZA
DELLA BOLLENTE CON PARTICOLARE DELLA FONTE |
Gestalt an - der Name spielt auf die einheimische
Bevölkerung und auf das anwesende Thermalwasser an - und breitete sich allmählich aus, bis sie zwischen
dem 1. und dem 2. Jh. n.Ch. ihre Blütezeit erlebte. Vom gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufstieg
sowie von der Bedeutung der Thermalquellen in Acqui liest man in den Schriften von Plinio, Strabone,
Seneca und Tacito. Die Geschichte der Stadt lebt jedoch nicht nur in der Literatur weiter, sondern sie ist
auch eindrücklich in den Resten des aus dem 1. Jh. stammenden Aquäduktes zu erkennen, die am rechten
Ufer des Flusses Bormida noch sichtbar ist. Dieser gewaltige Bau überquerte die ganze Talsohle. Er führte
das Wasser des Wildbachs Erro in die Stadt hinein und versorgte so nicht nur alle öffentlichen und
privaten Brunnen, sondern auch die Schwimmbecken der Thermalbäder. Von seiner ursprünglichen 10 Km
langen Bogenreihe sind heute noch 4 vollständige 6 Meter breite und 15 Meter hohe Bögen
erhalten, sowie einige Säulen die an der Staatsstrasse nach Sassello zu sehen sind. Was die Thermalbäder angeht, die seit
mehr als 2000 Jahre lang ein Grundbestandteil der Stadt sind, existierten zur Römer Zeit min-destens
zwei Bäder. Das erste und wichtigste befand sich auf der heutigen Piazza della Bollente.
Es wurde im 19. Jh. während der Ausgrabungen unter dem 1879 von Cerruti
erbauten, neok-lassizistischen Tempel, mit dem man die 74,5° warme Thermalquelle aufwerten wollte,
aufgefunden. Zeugnisse davon sind ein Teil des Mosaikbodens und die Marmorsitze. Den Mosaikboden findet man unter
den Arkaden in der Via Saracco: er weist eine Inschrift aus, in der der Name des Erneurers der
Thermalanlage zu erkennen ist. Die Marmorsitze sind hingegen im Archäologischen Museum
aufbewahrt. Die zweite Anlage bestand aus einem Thermalschwimmbad, welches man am Anfang von Corso
Bagni auf-fand. Es wird ab 2002 zu besichtigen sein. Ein Teil der öffentlichen Wasseranlage ist in der Nähe des
Rathausplatzes entdeckt worden. Dort schützt eine Glaskuppel eine zur Tränke dienende Fontäne mit einem
anliegenden, rechteckigen Steinbecken. Sichtbar ist noch die Bleileitung, die es bediente. Im
Gegensatz zu anderen Ortschaften im Süd-Piemont, die mit dem Verfall des Römischen Reiches
verschwanden, überstand Aquae Statiellae schwierige, aber nie ihre Existenz gefährdende Zeiten. Im Laufen der Jahrhunderte
wurde die Stadt immer wichtiger, und behauptete sich bis zum 20. Jh. als politisches und wirtschaftliches
Zentrum. Nach dem 2. Weltkrieg geriet sie in eine Phase der Dekadenz, so dass kein Interesse mehr an ihr
bestand und die Stadt baufällig wurde. Erst seit etwa 10 Jahren hat eine Gegentendenz
eingesetzt. Offensichtlich ist eine gründliche Sanierung der Stadt - vor allem der Altstadt - in Gang, die
heute, zusammen mit dem Ausbau der Thermaleinrichtungen, der reichen Önogastronomie und den
wunderschönen Landschaften, eine überzeugende Ausgangsbasis für die Entwicklung eines qualitativ hochstehenden
Tourismusangebotes bietet.
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PIAZZA ITALIA, FONTANA DELLE NINFEE |